Werkzeuge · Klinische Kurzreferenz
Referenzwerte & Zielbereiche
Elektrolyte, Blutbild, Blutgase, Gerinnung, Metabolite und klinische Zielbereiche.
Klinische Kurzreferenz
Referenzwerte & Zielbereiche
Erwachsene · Laborwerte, Elektrolyte, Blutbild, BGA, Stoffwechsel, Gerinnung und Monitoring – nach Fachgebieten sortiert.
Wichtig: Labor-Referenzbereiche sind methoden-, alters- und teilweise geschlechtsabhängig. Klinische Zielwerte sind etwas anderes als Normalbereiche. Für die Befundinterpretation gelten vorrangig die Angaben des messenden Labors, die Patientensituation und aktuelle klinische Standards. Keine automatischen Diagnose- oder Therapieentscheidungen aus diesen Tabellen ableiten.
56 Werte in 8 Kategorien
Monitoring & klinische ZielbereicheOrientierungs- und Zielwerte – keine allgemeinen Laborreferenzbereiche 8 Werte
Herzfrequenz (Ruhe)Orientierungsbereich für Erwachsene in Ruhe; Situation, Alter und Rhythmus beachten.
60–100/min
Orientierung
MAP / MADHäufiger initialer hämodynamischer Zielwert, beispielsweise bei Schock; patientenspezifisch festzulegen.
≥ 65mmHg
Zielwert
SpO₂Typischer Bereich bei Gesunden auf Meereshöhe; individuelle O₂-Zielwerte können erheblich abweichen.
95–100%
Orientierung
etCO₂Häufiger Orientierungsbereich; etCO₂ ist nicht identisch mit arteriellem PaCO₂.
35–45mmHg
Orientierung
KörperkerntemperaturPerioperativer Orientierungsbereich; Messort und klinische Situation beachten.
36,0–37,5°C
Orientierung
Tidalvolumen, protektivBeatmungseinstellung bezogen auf prädiziertes, nicht tatsächliches Körpergewicht.
6–8ml/kg PBW
Zielwert
BIS bei AllgemeinanästhesieÜblicher Zielbereich bei geeignetem EEG-Monitoring; Interpretation im Kontext.
40–60Index
Zielwert
TOF-Ratio vor ExtubationQuantitatives Erholungskriterium; klinische Extubationskriterien bleiben zusätzlich erforderlich.
≥ 0,90T4/T1
Zielwert
Elektrolyte & MineralstoffeSerum/Plasma, sofern nicht anders angegeben 7 Werte
Natrium (Na⁺)Wasserhaushalt; laborabhängige Untergrenze teils 136 mmol/l.
135–145mmol/l
Referenz
Kalium (K⁺)Hämolyse kann Kalium fälschlich erhöhen.
3,5–5,1mmol/l
Referenz
Chlorid (Cl⁻)Mit Natrium und Säure-Basen-Status beurteilen.
98–107mmol/l
Referenz
Kalzium gesamtVon Albumin abhängig; ionisiertes Kalzium bei Bedarf zusätzlich messen.
2,15–2,55mmol/l
Referenz
Kalzium ionisiertBGA/Heparin-Vollblut; pH und Probenhandhabung beeinflussen das Ergebnis.
1,15–1,35mmol/l
Referenz
MagnesiumSerumwert erfasst den Gesamtkörperbestand nur begrenzt.
0,70–1,05mmol/l
Referenz
Phosphat (anorganisch)Alter, Tageszeit und Messverfahren können den Bereich beeinflussen.
0,80–1,45mmol/l
Referenz
Arterielle BGA & Säure-BasenArterielle Probe; Angaben zu Raumluft und Meereshöhe beachten 8 Werte
pHArterielles Blut; Säure-Basen-Bewertung immer zusammen mit CO₂/HCO₃⁻.
7,35–7,45–
Referenz
PaCO₂Arterieller CO₂-Partialdruck; 4,7–6,0 kPa.
35–45mmHg
Referenz
PaO₂Alter, FiO₂ und Umgebungsdruck sind entscheidend.
75–100mmHg
Referenz
HCO₃⁻ aktuellAktuelles Bikarbonat, aus pH und CO₂ ableitbar.
22–26mmol/l
Referenz
HCO₃⁻ standardStandardbikarbonat: anderer Mess-/Berechnungsparameter als aktuelles HCO₃⁻.
22–26mmol/l
Referenz
Base Excess (BE)Methodenabhängige Spannweite; teils −3 bis +3.
−2 bis +2mmol/l
Referenz
SaO₂, arteriellArterielle Sauerstoffsättigung; gemessen versus berechnet unterscheiden.
95–100%
Referenz
LaktatOrientierungsbereich je nach Blutmaterial und Analyseverfahren.
0,5–2,0mmol/l
Referenz
Blutbild & HämatologieEDTA-Vollblut; geschlechtsabhängige Werte explizit gekennzeichnet 10 Werte
Hämoglobin (Hb), männlichBei Frauen gesonderter Bereich; transfusionsrelevante Entscheidungen nicht allein aus Referenzwerten ableiten.
13,5–17,5g/dl
Referenz
Hämoglobin (Hb), weiblichSchwangerschaft kann andere Entscheidungsgrenzen erfordern.
12,0–15,4g/dl
Referenz
Hämatokrit, männlich0,40–0,53 l/l.
40–53%
Referenz
Hämatokrit, weiblich0,36–0,48 l/l.
36–48%
Referenz
LeukozytenEntspricht 4.000–10.000/µl; altersabhängige Referenzintervalle.
4,0–10,0G/l
Referenz
Thrombozyten, männlichJe nach Labor andere Grenzen; Präanalytik bei Pseudothrombozytopenie prüfen.
140–390G/l
Referenz
Thrombozyten, weiblichJe nach Labor andere Grenzen.
170–450G/l
Referenz
MCVMittleres Erythrozytenvolumen; laborabhängige Grenzen.
80–100fl
Referenz
MCHMittlerer Hämoglobingehalt eines Erythrozyten.
27–33pg
Referenz
MCHCMittlere korpuskuläre Hb-Konzentration.
32–36g/dl
Referenz
Glukose, Metabolite & NierenfunktionSerum/Plasma; Nüchternstatus und Alter beachten 7 Werte
Glukose, nüchtern≈ 3,9–5,6 mmol/l; Grenzwerte zur Diabetesdiagnostik sind gesondert definiert.
70–100mg/dl
Referenz
Kreatinin, männlich≈ 50–104 µmol/l; abhängig unter anderem von Muskelmasse und Alter.
0,57–1,18mg/dl
Referenz
Kreatinin, weiblich≈ 41–88 µmol/l; Interpretation zusammen mit eGFR.
0,46–1,00mg/dl
Referenz
HarnstoffNicht mit Harnstoff-Stickstoff (BUN) verwechseln; methoden-/altersabhängig.
20–50mg/dl
Referenz
Harnsäure, männlichOrientierungsbereich; laborabhängig.
3,4–7,0mg/dl
Referenz
Harnsäure, weiblichOrientierungsbereich; laborabhängig.
2,4–6,0mg/dl
Referenz
eGFR, Kategorie G1GFR-Kategorie, KEIN allgemeiner Labor-Referenzbereich; CKD setzt weitere Kriterien/Verlauf voraus.
≥ 90ml/min/1,73 m²
Kategorie
Leber, Proteine & EnzymeSerum/Plasma; Enzymreferenzen sind stark methodenabhängig 8 Werte
AST / GOTOrientierung; auch bei Muskelschädigung erhöht.
8–33U/l
Referenz
ALT / GPTOrientierung; geschlechts-/methodenabhängige Grenzen.
4–36U/l
Referenz
γ-GT (GGT), männlichOrientierungsgrenze; laborabhängig.
≤ 55U/l
Referenz
γ-GT (GGT), weiblichOrientierungsgrenze; laborabhängig.
≤ 38U/l
Referenz
Alkalische PhosphataseAlters- und methodenabhängig; bei Knochen-/Cholestaseprozessen relevant.
20–130U/l
Referenz
Bilirubin gesamt≈ 2–21 µmol/l; Alter und Methode berücksichtigen.
0,1–1,2mg/dl
Referenz
Albumin≈ 3,4–5,4 g/dl; klinischer Kontext wichtig.
34–54g/l
Referenz
Gesamtprotein≈ 6,0–8,3 g/dl.
60–83g/l
Referenz
Gerinnung & EntzündungGerinnung meist Citratplasma; Medikamentenwirkung beachten 5 Werte
Quick (Prothrombinzeit)Methodenabhängig; INR für Vergleich unter oraler Antikoagulation gebräuchlicher.
≥ 70%
Referenz
INR ohne AntikoagulationNicht als therapeutischer Zielbereich bei Vitamin-K-Antagonisten verstehen.
ca. 0,9–1,2–
Orientierung
aPTTVerfahrensabhängig; andere Labore verwenden teilweise größere Zeitintervalle.
22–34s
Referenz
Fibrinogen (Clauss)Entspricht 170–420 mg/dl; Blutungs-/Schockkontext gesondert.
1,7–4,2g/l
Referenz
CRPUnspezifischer Entzündungsmarker; postoperativ häufig erhöht.
≤ 5mg/l
Referenz
Endokrinologie & LangzeitstoffwechselInterpretation hängt von Alter, Tageszeit und Messmethode ab 3 Werte
TSH, Erwachsene < 50 J.Orientierungsintervall; alters- und laborabhängig.
0,3–3,5mIU/l
Referenz
TSH, Erwachsene ≥ 50 J.Beispielbereich; für ältere Menschen gelten teils höhere Werte.
0,3–4,5mIU/l
Referenz
HbA1c, ohne DiabetesDiagnostischer Orientierungs-/Entscheidungswert, kein universeller Laborreferenzbereich.
< 5,7%
Entscheidung
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Referenzen und Geltungsbereich
Die Tabelle bietet didaktische Orientierungswerte. Sie kombiniert bereichsspezifische Angaben aus verschiedenen Quellen und ersetzt kein lokales Labor-Leistungsverzeichnis. Bei widersprüchlichen Referenzintervallen haben die auf dem individuellen Befund angegebenen Grenzen Vorrang.
LMU München – Labor-Leistungsverzeichnis (z. B. Natrium) LMU München – Hämoglobin LMU München – aPTT LMU München – Fibrinogen Gesundheitsinformation.de – Kreatinin Gesundheitsinformation.de – CRP Gesundheitsinformation.de – TSH Gesundheitsinformation.de – HbA1c MedlinePlus – Klinisch-chemische Parameter MedlinePlus – Blutgasanalyse